Ein Sieg der Moral

SG KöBi : SG Schwemlingen-Ballern  4:4
Nicht zu beneiden war Marc Bellmann in seiner neuen Rolle als Spielertrainer der SG KöBi, musste er doch bei seinem Debüt fast auf die komplette Abwehrreihe verzichten. Neben dem gesperrten Stammkeeper Andy Rupp fehlten die langzeitverletzten Stefan Trenz und Abdullah Benlhakim, und deshalb wog der kurzfristige Ausfall von Fejzulah Kabashi doppelt schwer. So ging man erst einmal vorsichtig zu Werke, überließ dem Gast, der als Tabellendritter angereist war, die Initiative. Und der hatte auch gleich die Chance zum 0:1, die aber der gut aufgelegte Oliver Bettscheider im Kasten der SG KöBi bravourös vereitelte. Allmählich traute sich unsere Mannschaft mehr zu, versuchte durch längere Ballkontakte die Kontrolle über das Spiel zu erlangen, und wurde prompt belohnt. Ein kluger Pass des stark spielenden Stefan Braun fand auf der rechten Aussenseite Marc Bellmann, der nach Doppelpass mit Marcus Croon ein perfekte Flanke auf den zweiten Pfosten zu Sascha Schröder schlug, der per Kopf auf den völlig freien Lukas Graf ablegte, 1:0 aus kürzester Distanz, perfekt gespielt. Nur vier Minuten (32.) später schickte Marc Bellmann Sascha Schröder links auf die Reise, der setzte sich im Laufduell gegen den Verteidiger durch, und setzte den Ball aus spitzem Winkel in lange Eck. Stellungsfehler des Keepers, der wohl mit einer Flanke gerechnet hatte und den kurzen Pfosten sträflich vernachlässigte. Die Gäste mussten nun mehr tun, hatten bei einer Riesenchance der SG KöBi durch Clemens Meiser nach einer Ecke allerdings Glück, nicht höher in Rückstand zu geraten. In der 38. Minute dann die erste Konsequenz unserer nicht eingespielten Abwehr. Ein Schwemlinger Angriff über die bevorzugte linke Seite, sehr viel Platz und Zeit für den Angreifer, der dann im Strafraum nur noch durch ein Foul gestoppt werden konnte. Elfmeter, gelb für Niki Scholtes, Anschlusstreffer. Kurz vor dem Halbzeitpfiff der Ausgleich, wiederum durch den Gästespieler Charles Haffner. Ähnliches Spiel: weite Flanke von rechts in unseren Strafraum, respektvoller Abstand unsererseits zum Gästestürmer, der dankend den Ausgleich erzielt. Als hätten wir nicht schon genug Ausfälle zu beklagen, musste Nabel Srour, der sich bei einem Pressschlag eine Stauchung zugezogen hatte, nach der Halbzeit draußen bleiben. Die SG KöBi stellte um, zog Philipp Meiser nach rechts in die Viererkette, und brachte mit Rouwen Jost einen neuen Mann auf der rechten Aussenbahn. Die Gäste aus Schwemlingen-Ballern hatten nun ein klares Übergewicht im Mittelfeld - Ph. Meiser als Balleroberer fehlte nun dort - und so kam der Gast ein ums andere Mal gefährlich vor das Gehäuse der SG KöBi. In der 65. Minute war es dann soweit: Führungstreffer zum 2:3 durch den Gästespieler Dimitrij Rupps, der eine Linksflanke volley einnetzte. Nichts zu halten für Oliver Bettscheider. Und als die Gäste nur 2 Minuten später die Führung auf 2:4 ausbauten, schien der Drops gelutscht. Zu dominant trat der Gegner  im zweiten Abschnitt auf, als dass man noch viel auf unsere SG KöBi gegeben hätte. In der 80. Minute dennoch der überraschende Anschlusstreffer durch den eingewechselten Mirco Slomka, der einen Abpraller aus 16 Metern ins leere Tor kickte. Schwemlingen verlor danach komplett die Kontrolle über das Spiel, die Einheimischen waren plötzlich wieder voll da. Mit Maxi Croon-Hoffeld für Niki Scholtes wurde die letzte Auswechseloption gezogen, man warf alles nach vorn. Dem Ausgleich zum 4:4 ging ein sauberer Pass von Marcus Croon in den Lauf von Marc Bellmann voraus, der alleine auf den Keeper zulief und diesem keine Chance lies. In der Nachspielzeit hatte man tatsächlich noch Chancen zum Siegtreffer, aber das wäre des Guten zuviel gewesen. So blieb es in einem spannenden und aufregendem Spiel, das man eigentlich schon verloren glaubte, beim Unentschieden; ein Sieg der Moral unserer Mannschaft. Glückwunsch.

SG KöBi 2 : SV Schwalbach 2  0:6
Gegen den einsam an der Tabellenspitze seine Kreise ziehenden Gast zog man sich noch achtbar aus der Affäre.
Die Schwalbacher waren überlegen, natürlich, aber unsere Truppe wehrte sich nach Kräften und lies sich nicht hängen. Kopf hoch, es kommen auch wieder einfachere Gegner, die man schlagen kann.